Three and a half men auf Tour in Nordamerika

Head of the Charles

Featured, Wettkampf on Oktober 22nd, 2009 Kommentare deaktiviert

Auf Einladung unseres Erfolgstrainers Stompo beschlossen Mario, Silvan, Dani und Simon im September relativ spontan, das Abenteuer HOCR in Angriff zu nehmen. Die Flüge wurden so schnell wie möglich gebucht und das Training mit vollem Einsatz aufgenommen, um alles Weitere brauchten wir uns nicht zu kümmern, ein seltener Luxus. Nach wenigen Trainings zeigte sich, dass der Studenten-WM Goldvierer von 2008 immer noch ansprechend lief, daher setzten wir uns auch ein ambitioniertes Ziel, der Sieg beim grössten Langstreckenrennen der Welt wurde anvisiert.

In Boston angekommen wurden wir herzlich von unserem Clubkollegen und früheren LM4- Schlagmann Lucas Abegg empfangen, der unseren Aufenthalt perfekt organisierte. Ein erstes und gleichzeitig letztes Training auf dem Charles River konnten wir am Freitag vor unserem Rennen durchführen, wegen der vielen Boote auf der Strecke war ein sauberes Training nicht möglich, dennoch war eine solche Streckenbesichtigung äusserst wertvoll. Ungewohnt für uns Europäer war der Waagetermin, welcher in den USA schon am Tag vor dem Rennen auf dem Programm steht. Selbstsicher machten sich Mario und Silvan auf die Suche nach der Waage, um zu schauen wie weit sie über dem Renngewicht von 75kg lagen. Dort angekommen, dann das böse Erwachen, das Renngewicht lag nicht bei 75kg, wie man uns fälschlicherweise mitgeteilt hatte, sondern bei 72,5kg. Gesamthaft lagen wir sicher 7,5kg über dieser Vorgabe, eine mittlere Katastrophe. Doch wen so etwas aus der Bahn wirft hat im Rudersport nichts verloren, die Herausforderung wurde angenommen und ca. zwei Stunden später erreichte die Mannschaft einen Schnitt von unter 72,5kg. Über die Qualen des Gewichtsverlustes zu berichten würde hier jeden Rahmen sprengen. Entgegen kam uns glücklicherweise eine äusserst athletenfreundliche Wettkampfwaage. Die erste Hürde war also genommen, das grosse Highlight stand aber noch bevor.

Angefeuert von unserer erfahrenen Steuerfrau vom Don Rowing Club of Mississauga, nahmen wir die ca. 5,5km lange Strecke als zweites Boot in Angriff. Vom Start weg angriffig, kamen wir nicht wie gewünscht mit den schlechten Bedingungen zurecht (starker Gegenwind, Wellen und Schneefall). Im mittleren Streckendrittel konnten wir aber aufdrehen und zu dem vor uns gestarteten Boot der Yale University aufschliessen. Der enge und kurvige Verlauf der Strecke hinderte uns aber daran, an diesem Boot vorbeizuziehen, auch wenn wir es fortwährend versuchten. Ständig im Blick hatten wir das, an vierter Stelle gestartete favorisierte Boote des Riverside Boat Club. Besetzt mit drei amtierenden Vizeweltmeistern des US LM8+. Im Ziel konnten wir nicht ausmachen, ob der Abstand zu diesem Team gross genug war, sicher war nur, dass die Entscheidung des Sieges zwischen den Jungs aus Riverside und uns fallen wird. Eine halbe Stunde verging bis wir auf der inoffiziellen Rangliste als Sieger aufgeführt wurden, gerade einmal ein hundertstel Sekunde vor dem Boot des Riverside Boat Club. Erst zwei Stunden später war es offiziell, wir hatten das Rennen mit einem rekordverdächtigen Minimalvorsprung gewonnen und konnten uns zur abendlichen Siegerehrung aufmachen!

Für alle Beteiligten war diese Reise nach Nordamerika ein grosses Erlebnis und hat sich von A bis Z gelohnt, zudem konnten wir einen extremen Motivationsschub in das bevorstehende eintönige Wintertraining mitnehmen.

Comments are closed.